Besser spät als nie!

„Wir werden weniger, vielfältiger und im Durchschnitt älter“. Dieses Zitat stammt von unserer Bundeskanzlerin Angela Merkel. Mit diesem Satz hat sie auf der dbb Jahrestagung in Köln die Auswirkungen des demographischen Wandels zusammengefasst. Und es stimmt: Aufgrund der geringen Geburtenzahlen sagen die Experten einen Rückgang der Bevölkerung in Deutschland voraus. Auch die Zuwanderung aus allen Teilen der Welt, durch die das Land bunter wird, kann diesen Trend nach heutigem Stand nicht stoppen. Und die Menschen leben – zum Glück! – immer länger.
Dieser Wandel betrifft die Gesellschaft insgesamt und damit auch den öffentlichen Dienst. Allerdings in verschärfter Form und teilweise etwas anders, als die Kanzelerin vielleicht meinte: Wir werden immer weniger. Denn seit der Wiedervereinigung sind in Deutschland ganz massiv Stellen im öffentlichen Dienst abgebaut worden.
Wir werden vielfältiger. Denn durch die Föderalismusreform kocht jedes Bundesland sein eigenes Süppchen und wir sind teilweise in einem Wettbewerb nach unten gelandet: Wer zahlt am wenigsten? Wer lässt am längsten arbeiten?
Wir werden älter. Wegen ausbleibender Neueinstellungen werden die Beschäftigten des öffentlichen Dienstes im Durchschnitt vieles, aber bestimmt nicht jünger.
Was ich damit sagen will, ist: Die ohnehin schon vorhandenen Probleme des öffentlichen Dienstes wurden durch die Politik, die jetzt Lösungen anmahnt, lange Zeit verschärft. Aber wir müssen wohl froh sein, dass die Einsicht überhaupt noch kam. Besser spät als nie, wie man so schön sagt. Nun ist es an der Zeit, dass den Erkenntnissen auch Taten folgen.
Als Beispiel will ich meinen Arbeitsbereich, den Justizvollzug, anführen. Eine auch perspektivisch gesunde Altersstruktur, ein höherer Anteil an Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern mit Migrationshintergrund sowie ein einheitlicher Berufszugang in allen Bundesländern helfen, den Justizvollzug modern und flexibel auszugestalten und ermöglichen den Beschäftigten eine sichere Hand im Umgang mit den Inhaftierten.
In diesem Sinne wünsche ich uns allen – den Beschäftigten in öffentlichen Dienst und der Gesellschaft insgesamt – für das neue Jahr, dass die vom dbb in Köln gemachten Vorschläge von der Politik schnell aufgegriffen und umgesetzt werden. Auch die dbb jugend wird ihren Teil dazu beitragen, die Verantwortlichen daran zu erinnern. Gehen wir es an! Glück auf!

Michael Gadzalla,
Stellvertretender Vorsitzender
der dbb jugend
Ankündigung:
Der diesjährige Bundesjugendtag der dbb jugend findet vom 18. bis 19. Mai 2012 in Berlin statt. Bei Rückfragen zur Teilnahme und zur Organisation wendet Euch bitte an:
dbb jugend / Bundesgeschäftsstelle
Friedrichstraße 169/170, 10117 Berlin
Telefon 030. 40 81 - 57 51, Fax 030. 40 81 - 57 99, E-Mail info@dbbj.de

„Bad Köln“: Die dbb Jahrestagung setzt gleich zu Beginn eines jeden neuen Jahres ein politisches Ausrufezeichen. So auch 2012: Beim 53. Zusammentreffen sprachen neben dem dbb Bundesvorsitzenden Peter Heesen weitere hochkarätige Vertreter aus der Politik, allen voran Bundeskanzlerin Angela Merkel. Was uns als Jugendvertreter besonders freut: Sie alle widmeten sich dem demographischen Wandel und seinen Folgen – und damit auch unseren speziellen Problemen. Welche Lösungsansätze diskutiert wurden, darüber berichten wir ausführlich im „special“.
In der „story“ widmen wir uns ebenfalls einem Jugendthema, wenn auch einem gänzlich anderen: Wir waren zu Besuch in der Jugendstrafanstalt Berlin und begleiteten dort einen Tag lang Vollzugsbeamte und Insassen.
Daneben berichten wir natürlich wieder über die Aktivitäten der dbb jugend (t@cker-ticker) und über Neues aus den Landesbünden und Fachgewerkschaften (t@cker-inside). In der Rubrik „tipp“ haben wir uns dieses Mal mit einem Thema beschäftigt, dass wahrscheinlich jeden früher oder später ereilt: Der Suche nach der ersten eigenen Wohnung. Darüber hinaus warten im „checker“ wieder tolle Preisrätsel sowie ein Musik- und ein Film-Tipp.
Im Namen der dbb jugend und der t@cker-Redaktion wünsche ich Euch viel Spaß beim Lesen und ein glückliches, gesundes neues Jahr!
Sandra Hennig
Vorsitzende dbb jugend



