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Beratungsstelle für salafistische Radikalisierung

„Hayat“ – das heißt „Leben“

Hayat steht auf Türkisch und Arabisch für „Leben“ und ist der Name der von der ZDK Gesellschaft Demokratische Kultur gGmbH gegründeten, deutschlandweit arbeitenden Beratungsstelle für Personen und Angehörige von Personen, die sich salafistisch radikalisieren oder sich dem militanten Jihadismus anschließen und planen, in Konfliktregionen auszureisen bzw. dies auch tun. Hayat ist gleichzeitig eine Anlaufstelle für jene, die mit dem militanten Jihadismus brechen und gewalttätige Gruppen verlassen wollen.

Anlehnung an Neonazi-Deradikalisierung

Sowohl junge Männer als auch Frauen fühlen sich hingezogen zu den insbesondere von den zahlreichen relativ jungen und charismatischen deutschsprachigen Imamen der Salafiyya offerierten radikalen Islamauslegungen, den scheinbar einfachen und einleuchtenden Antworten, die „der Islam“ auf alle ihre Fragen gibt. Mit ihrer gegen das demokratische System gerichteten Ideologie und dem Ideal einer streng an der wortwörtlichen Lesart des Koran ausgerichteten islamischen Gesellschaft wird eine Grundlage geschaffen, auf der auch gewaltbereite Islamisten aufbauen können. Die Beratungsstelle Hayat steht Angehörigen, Freunden und Bekannten zur Seite, die eine Radikalisierung in ihrem Umfeld befürchten, und hilft Radikalisierten, die einen Ausweg suchen.

Gegründet wurde Hayat im Jahr 2011, basierend auf den Erfahrungen der ersten Deradikalisierungs- und Ausstiegsinitiative für hochradikalisierte Neonazis: EXIT-Deutschland, ebenfalls gegründet und betrieben von der ZDK. Diese Initiative hatte Methoden und Ansätze entwickelt, um Eltern, Familien und Freunde von radikalisierten Personen zu beraten und mit ihnen zusammen zu arbeiten, um gegebenenfalls den Radikalisierungsprozess des Angehörigen zu verhindern, zu verlangsamen oder umzukehren. Dieses Wissen und der Erfahrungsschatz wurden nun auf den Bereich des Islamismus übertragen, so dass die Beratung Eltern, Geschwistern, Freunden, Lehrern, Arbeitgebern und allen zur Verfügung steht, die in einer Beziehung zu der sich radikalisierenden oder bereits radikalisierten Person stehen. Darüber hinaus arbeitet Hayat direkt mit den sich radikalisierten Personen, um ihnen Erfordernisse und Möglichkeiten einer Distanzierung von radikaler Ideologie und radikalen Gruppen aufzuzeigen.

Rund um die Uhr bietet Hayat ein kostenloses, mehrsprachiges (Deutsch, Türkisch, Arabisch, Englisch) und auf Wunsch anonymes Hilfsangebot für Angehörige von einem Team von ausgewiesenen Islamismus-Experten. Ebenso wie bei „EXIT“ ist bei Hayat die grundlegende Erkenntnis, dass Angehörige eine zentrale Rolle für die erfolgreiche Deradikalisierung spielen: Sie sind in der Lage, eine Radikalisierung frühzeitig zu erkennen (Aussehen, soziales Verhalten, Internetaktivitäten), ein weiteres Abdriften ihres Familienmitglieds in den Extremismus zu verhindern oder als Bindeglied zurück in die Gesellschaft zu fungieren. Ziel der Angehörigenberatung ist es, familiäre Verhältnisse aufrecht zu erhalten und zu verstärken, um ein Unterstützungsumfeld um die sich radikalisierende Person herum zu schaffen. Durch langfristige Beratung wird dann versucht, das soziale Umfeld zu stärken, die Kommunikation innerhalb der Familie zu verbessern und dem bzw. der Radikalisierten durch emotional nahestehende Menschen Alternativen anzubieten.

Hayat wird vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) gefördert und ist Teil des Beratungsnetzwerks des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge.

Mehr Infos: www.hayat-deutschland.de Ende

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