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Kämpferisch: Mit zahlreichen Demos und Aktionen hatten während der Verhandlungen, die im Februar gestartet waren, immer wieder tausende Beschäftigte aus dem Sozial- und Erziehungsdienst ihren Forderungen Nachdruck verliehen – mit Erfolg.

Tarifverhandlungen erfolgreich abgeschlossen

Mehr Aufwertung und Entlastung für den Sozial- und Erziehungsdienst

Am 18. Mai 2022 einigten sich Gewerkschaften und die Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) in Berlin auf mehr Aufwertung und Entlastung für den Sozial- und Erziehungsdienst. Die dbb jugend zeigte sich zufrieden mit dem Ergebnis. „Dem Sozial- und Erziehungsdienst fehlt es vor allem an einem: Nachwuchskräften. Mit den vereinbarten Zulagen sowie den Regenerationstagen wird das Berufsfeld attraktiver für junge Leute gemacht“, sagte dbb jugend Chef Matthäus Fandrejewski. „Die Arbeit, die von den Kolleginnen und Kollegen in den sozialen Berufen geleistet wird, hält unsere Gesellschaft zusammen und am Laufen. Wir begrüßen, dass sich das nun auch in den Rahmenbedingungen wiederspiegelt – das ist das richtige Zeichen.“ Fandrejewski zeigte sich zufrieden, „dass sich auch bei den Arbeitgebenden die Erkenntnis durchgesetzt hat, dass dieses relevante Berufsfeld deutlich mehr Wertschätzung braucht. Das haben die Beschäftigten mit ihren zahlreichen bundesweiten Demos und Aktionen eindrücklich gezeigt.“

Konkret einigten sich Gewerkschaften und (VKA) auf folgende Essentials:

Aufwertung ab 1.7.2022
- Zulage von 130 Euro monatlich (Entgeltgruppe S2 – S11a)
- Zulage von 180 Euro monatlich (Entgeltgruppe S 11b bis S 12 sowie S 14 und S 15, Fallgruppe 6)

Entlastung ab 1.7.2022
- 2 Regenerationstage pro Jahr
- Möglichkeit, durch Umwandlung der Zulage maximal zwei weitere Regenerationstage pro Jahr zu generieren

Insbesondere bei der Entlastung der Beschäftigten habe man einen wirksamen Einstieg erreicht, „mit dem wir die Gesundheit des vorhandenen Personals schützen und die Jobs für Nachwuchskräfte attraktiver machen“, sagte dbb Verhandlungsführer Andreas Hemsing (Mitte) nach Abschluss der Verhandlungen bei der gemeinsamen Pressekonferenz mit VKA-Präsidentin Karin Welge und dem verdi-Vorsitzenden Frank Werneke.

Perspektiven und Attraktivität verbessert,
beispielsweise durch

- Verkürzung der Stufenlaufzeiten ab 1.10.2024
- Erweiterung der Heraushebungsmerkmale
- Zulage für Praxisanleitung in Höhe von 70 Euro monatlich

Die Laufzeit des ausgehandelten Tarifvertrags Entgeltordnung SuE endet am 31.12.2026. „Mit diesem Abschluss haben wir das Berufsfeld aufgewertet, das werden die Kolleginnen und Kollegen direkt im Geldbeutel spüren“, sagte dbb Verhandlungsführer Andreas Hemsing nach dem erfolgreichen Abschluss der Verhandlungen. „Auch bei der Entlastung haben wir einen wirksamen Einstieg erreicht, mit dem wir die Gesundheit des vorhandenen Personals schützen und die Jobs für Nachwuchskräfte attraktiver machen“, so Hemsing. Die VKA habe sich lange Zeit kaum bewegt, erläuterte Hemsing. „Genau deshalb war es wichtig, dass die Kolleginnen und Kollegen die Schlagzahl bei Demos und Streiks in der letzten Woche noch einmal deutlich erhöht haben. Das ordentliche Ergebnis, auf dem wir in Zukunft aufbauen können, haben sie durch ihre kämpferischen Aktionen erst möglich gemacht“, unterstrich der dbb Verhandlungsführer. Ende

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Europäische Berufsbildungswoche

Berufsberatung und Übergänge von Ausbildung in Berufe verbessern

In der gesamten EU wird derzeit ein enormer Arbeits- und Fachkräftemangel beklagt – bei gleichzeitig hohen Arbeitslosenquoten bei jungen Menschen. Dies Diskrepanz gilt es, durch eine Verbesserung der Qualifikation und der Übergänge zwischen Ausbildung und Beruf zu überwinden, fordert die CESI Youth.

Die CESI Youth, europäische Dachorganisation der dbb jugend, hat anlässlich der Europäischen Berufsbildungswoche (European Vocational Skills Week vom 16. – 20. Mai 2022) bessere Übergänge von der Ausbildung ins Berufsleben und eine Optimierung der Berufseinstiegsberatung gefordert. Man begrüße die Initiative der Europäischen Kommission, bestehende Herausforderungen auf den Arbeitsmärkten für junge Menschen anzugehen, indem sie die Berufsbildungssysteme europaweit verbessern wolle. „Die CESI Youth ist der Ansicht, dass es höchste Zeit ist, die Ansätze für den Übergang von der Schule in den Beruf zu verbessern, unter anderem durch die Förderung eines höheren Stellenwerts der Berufsbildung“, heißt es in einer Mitteilung vom 17. Mai 2022. Die EU sei derzeit mit einem enormen Arbeitskräftemangel konfrontiert, teilweise aufgrund von Qualifikationsmangel und Diskrepanzen, ebenso aber auch mit Blick auf Digitalisierung und Energiewende – trotz einer allgemeinen Verfügbarkeit von Arbeitskräften, wie die hohen Arbeitslosenquoten unter Jugendlichen zeigten. Daher sei es vor allem angezeigt, bessere Übergänge von der Bildung in die Arbeitswelt zu schaffen.

Die CESI Youth formulierte hierzu folgende Prioritäten:

- Zur Bewältigung des Missverhältnisses zwischen Qualifikationen sollten frühzeitig Qualifikationsintelligenz sichergestellt werden, d. h. das Wissen darüber, welche Qualifikationsdefizite bestehen, damit insbesondere Bildung und Ausbildung entsprechend reagieren können. Bildungs- und Ausbildungsanbieter – einschließlich Gewerkschaften – müssen sicherstellen, dass sie auf der Grundlage der tatsächlichen Bedürfnisse von Gesellschaft und Wirtschaft bereit sind, Lehrpläne und Ausbildungen an die Bedürfnisse des Arbeitsmarktes anzupassen.

- Bildungs- und Ausbildungseinrichtungen sollten mehr Unterstützung und Beratung in Form von Berufsberatung implementieren und allen Kindern ab dem frühen Schulalter anbieten. Zudem sind mehr öffentliche Investitionen in die Berufsberatung etwa in Form von One-Stop-Shops erforderlich, um Informationen über den Arbeitsmarktbedarf zusammen mit entsprechenden Bildungswegen bereitzustellen.

- Der Aspekt der Mobilität innerhalb der EU ist der Schlüssel zur Unterstützung von Arbeitsvermittlung. Aus diesem Grund müssen Fähigkeiten und Qualifikationen leichter anerkannt werden.

- Die Befähigung junger Menschen als Einzelpersonen zur Aufnahme einer Ausbildung ist der Schlüssel zur Überwindung der aktuellen Krise auf dem Arbeitsmarkt und zur Etablierung einer Kultur des lebenslangen Lernens. Darüber hinaus sollten Konsultationsmechanismen zwischen Bildungseinrichtungen, Behörden und Unternehmen sowie gesellschaftlichen Akteuren, einschließlich Gewerkschaften und ihren Jugendvertretenden, gestärkt werden, da dies zur Ausarbeitung realistischer und wirksamer Strategien für die Berufsbildung beitragen kann.

- Europa braucht zugängliche und integrative Arbeitsmärkte. Aus diesem Grund sollten Umschulungen und Weiterbildungen während des gesamten Lebens gefördert werden. Gefährdeten Gruppen sollten besondere Aufmerksamkeit und Maßnahmen geboten werden, da sie größere Schwierigkeiten bei der Anpassung an Übergänge haben.

- Die EU sollte auch effektivere Arbeitsabgleiche fördern, indem sie Qualifikationen (einschließlich Berufsbildung) transparenter organisiert und Qualifikationen für alle in der EU leichter anerkennt. Lehrstellen- und Jobbörsen zwischen verschiedenen Unternehmen in der EU könnten Möglichkeiten zum „Brain Exchange“ für junge Menschen unterstützen und die Vielfalt am Arbeitsplatz fördern.

- Die Frage nach der Gewährleistung qualitativ hochwertiger und stabiler Arbeitsbedingungen nach der Anstellung sollte auch durch durchgesetzte EU-Rahmenregelungen zu Mindestlöhnen und Arbeitsbedingungen sowie durch Gesetze gegen prekäre Arbeitsverträge beantwortet werden. Ende

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... darüber berichten wir tagesaktuell auf der Homepage der dbb jugend unter: www.dbbj.de

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